Vortrag von Dr. Colin Dürkop: „Die Türkei im steten Wandel“ Atatürk, Erdoğan und die Zukunft der Republik – zwischen Demokratie und Autokratie, zwischen Säkularismus und Religion
Die Türkei ist in der Nachfolge des Osmanischen Reiches ein historisch, politisch, wirtschaftlich und kulturell diverses und dynamisches Land an der Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten. Zunehmend wird das Land auch ein zentraler Schauplatz und Akteur für europäische Zukunftsfragen, insbesondere in Fragen der Sicherheit, Energieversorgung und Flüchtlingsmigration.
Unter Präsident Erdoğan ist die Türkei in einen tiefgreifenden Wandel begriffen. Seit seinem Regierungsantritt im Jahr 2002 hat sich das politische System der Türkei stark verändert, das sich zunehmend von den kemalistischen Reformen Kemal Atatürks entfernt. Dieser hatte 1923 die moderne, säkulare Republik Türkei gegründet und den Laizismus als eines der Kernprinzipien eingeführt, um Religion und Staat zu trennen und das Land nach westlichem Vorbild zu modernisieren. Das Militär sah sich lange als Hüter dieser säkularen Ordnung und intervenierte in mehreren Staatsstreichen in die Politik.
Insbesondere nach dem Putschversuch von 2016 und der Einführung eines Präsidialsystems wurde die Macht des Präsidenten stark ausgeweitet und rechtsstaatliche Prinzipien, wie die Unabhängigkeit der Justiz und Pressefreiheit, zunehmend eingeschränkt.
Die Türkei bleibt tief gespalten zwischen den Anhängern des säkularen Erbes Atatürks und der Politik Erdoğans, die das Land auf einen islamisch-konservativen Kurs führen und Tendenzen hin zu einem autoritären System mit stärkerer Betonung des politischen Islam zeigt.
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